Seit 2014 befindet sich auf dem Kirchturm der Auferstehungskirche in ca. 30m Höhe ein Schleiereulenkasten der zyklisch durch die Arbeitsgruppe Eulenschutz der NABU-Hildesheim kontrolliert und gesäubert wird. Erfolgreich konnte hier in den vergangenen Jahren ein Nistplatz für Schleiereulen, Turmfalken, Dohlen und bei ausreichender Größe des Einfluglochs mit passender Höhe des Brutplatzes auch Wanderfalken, Uhus und sogar Nilgänse angeboten werden. Im Nistkasten der Auferstehungskirche zogen in jedem Jahr Turmfalken ihre Jungen groß.
Bei der diesjährigen Kontrolle im November hatten andere Gäste den Nistkasten als Heimat genutzt und die Eiablage/Brutzeit der Turmfalken gestört und unterbrochen. Man sah im Eingangsbereich des Nistkastens ein großes Hornissennest und zwei Eier der Turmfalken. Außerdem vernahmen die Mitwirkendenden der Arbeitsgruppe Eulenschutz einen unangenehmen Geruch, der darauf zurückzuführen ist, dass Hornissen die Überreste der Nahrungsaufnahme und Fütterung der Maden unterhalb ihres Nestes ausscheiden, fallen bzw. tropfen lassen. Dieses feuchte Milieu verbreitet eine besondere Duftnote. Ein Hornissenvolk, wie auch bei Wespen, lebt nur ein Jahr bis etwas Mitte Oktober, sodass im November nur die Hülle des Nestes übrig bleibt. Das Hornissennest durfte entfernt werden, da Hornissen und Wespen ihr Nest nur einmal benutzen und im nächsten Jahr einen neuen Platz suchen. Dabei überwintern die Königinnen für einen Neustart im Folgejahr an einem geschützten Platz außerhalb des verlassenen Nestes.
Der Nistkasten der Auferstehungskirche wird nun gesäubert, getrocknet und mit frischer, trockener Einstreu für die nächste Brut unserer Auferstehungs-Turmfalken vorbereitet.
Im nächsten Jahr können die Turmfalken ihren angestammten Brutplatz wieder beziehen und die Auferstehungskirche so für den Erhalt dieser Tiere beitragen.
Der Text und die Bilder wurden aus dem November Bericht der Arbeitsgruppe Eulenschutz - Nabu-Hildesheim erstellt. Den vollständigen Bericht finden Sie hier.
Quelle: AG Eulenschutz; NABU-Hildesheim; A. Krueger
Hornissen im Schleiereulenkasten (Eingangsbereich, 2 Turmfalkeneier, Einflugloch der Hornissen, Feuchter Nistkastenboden